Klarer glänzender Schleim in Aussaaten

  • Hallo zusammen,


    in drei meiner Aussaattöpfchen hat sich ca. 8 Wochen nach der Saat trotz Beize ein glänzender Schleim (ca. 1/2 Quadratcentimeter) gebildet. Diese Erfahrung habe ich trotz über 15jähriger Aussaaterfahrung noch nie gemacht. Kann hier jemand weiterhelfen, womit ich es zu tun habe? Momentan habe ich die Stellen großzügig mit einem Teelöffel entfernt und werde sie natürlich weiter beobachten.


    Ich verwende seit Jahren mit gutem Erfolg die Saaterde von Haage, die zwei bis drei Wochen vor der Aussaat nochmal 2 Stunden sterilisiert wird. Das Substrat werde ich auch nicht ändern.


    Herzliche Grüße

    Hans Georg

  • Hallo Hans Georg,


    das hatte ich letztes Jahr auch bei einigen Töpfchen. Ich hatte reinen Bims, den ich vorher mehrere Stunden im Ofen bei 180° gebacken habe. Was das wirklich war, habe ich nicht herausgefunden. Saprol hatte keinen großen Einfluss darauf und da es nicht grünlich geworden ist, glaube ich auch nicht, dass das Algen oder Moos war. Der Schleim hat nach einiger Zeit dann das Substrat richtig durchsetzt - wie weiches glibberiges Gelee.

    Der Schleim hat sich bei den betroffenen Töpfchen immer weiter ausgebreitet und die Sämlinge, die damit in Kontakt kamen, haben das mehrheitlich nicht überlebt. Ich habe die Töpfchen dann entweder offen stehen und das Substrat trocknen lassen oder die Sämlinge in neues Substrat umgesetzt.


    Mich würde auch interessieren, was das für Schleim ist. Das war sehr merkwürdig letztes Jahr und ohne zu wissen, was das ist/war kann man ja schlecht verhindern, dass das wieder passiert.

    Viele Grüße,

    Katja

  • Hallo Hans Georg,

    das dürfte ein Schleimpilz sein. Hatte selbst schon etliche Pilzvarianten in meinen Aussaaten und arbeite daher seit einigen Jahren sehr erfolgreich mit folgendem Setup:

    1. Rein mineralische Aussaaterde (z.B. von Uhlig) - sterilisieren ist zu aufwändig.

    2. Aussaat in neue 7er Töpfe in 1Liter Plastiktüten - später verschlossen mit Wäscheklammer.

    3. Wässern: Anstauverfahren mit einer niedrig dosierten (ein Beutel auf 4 Liter) Lösung von Spezialpilzfrei Aliette. Verbrauch: ca 100ml pro Plastiktüte.

    4. Vor dem Verschließen der Beutel, wird nochmal von oben auf die Aussaat gesprüht: Damit spart man sich das Beizen der Samen.

    5. Öffnen der Tüten nach ca 6-8 Wochen. Zeitgleich gibts die erste leichte Portion Dünger.

    6. Teileweise habe ich nun eine Schicht Quarzkies zwischen die Sämlinge gestreut - bin noch nicht 100% sicher ob das notwendig ist.

    Fazit: In den letzten Jahren hatte ich in den ersten 8 Wochen nach der Aussaat keine Ausfälle mehr.


    Grüße aus Stuttgart

    Bernhard

  • Ich hatte vor einigen Jahren auch eine solche Glibberschicht in 2 Aussaattöpfchen. Ich denke dabei auch an einen Schleimpilz und habe wie es Katja vermerkt auch einen Teil der Sämlinge verloren, andere aus diesen Töpfchen überlebten es. Ein solcher Pilz scheint also nicht direkt die Sämlinge zu zersetzen und hat evtl. ein anderes Beuteschema. Die Sämlinge überleben vermutlich einfach die Schleiminflation nicht.

  • Hallo Ex-Chef :),


    Exakt das gleiche Setup wie Bernhard nehme ich seid 2019 und hatte seitdem keinerlei Probleme mehr . Ich glaube Bernhard hatte mir das damals auch genau so empfohlen , nochmal Danke dafür !!

    In meinem ersten Aussaatjahr 2018 hatte ich auch in wenigen Töpfen diese schleimigen Stellen , sowie Algenbildung , zum Glück aber alles ohne Folgen geblieben.

    Den Schleim habe ich durch Austrocknen ( 2 Wochen nicht wässern ) in den Griff bekommen , danach war Ruhe.


    Schöne Grüße ,

    Peter

  • Hallo zusammen,


    herzlichen Dank für die Rückmeldungen.


    Wenn es tatsächlich nur ein Schleimpilz ist hält sich die Gefahr in Grenzen. Die haben eigentlich nur totes organisches Material im Beuteschema.


    Vor diesem Hintergrund macht abtrocknen und Behandlung mit Aliette sicherlich Sinn.


    Meine Teelöffelmethode scheint auch funktoniert zu haben. Jedenfalls ist der Schleim in den befallenen Töpfchen weg und scheint auch weg zu bleiben.


    Viele Grüße

    Hans Georg