Meine hinterhältige Krankheit / Bericht

  • Hallo aus Ungerhausen!


    Wenn das kein Grund ist mit dem lästigen rauchen auzuhören dann weiß ich auch nicht!!!


    Mir kann niemand einreden dass man es nicht schafft mit dem rauchen aufzuhören!


    Hier mein Werdegang dazu:

    Ich habe fast 20Jahre lang Zigaretten, Zigarren und Pfeife geraucht und habe von einer Sekunde auf die nächste aufgehört damit. Ich habe es oft "versucht" aufzuhören oder/und weniger zu rauchen. Trotz diverser Hilfsmittel wie Nikotinpflaster usw. hat es nie geklappt und ich habe nachher mehr geraucht als vorher. Mein Opa hat immer am Sonntag nach dem Mittagessen eine Zigarette geraucht doch ich habe geraucht wie ein Schlot.

    Ich habe sogar im Bett vom Krankenhaus nach einem Unfall geraucht! Zum Schluss waren es täglich fast 2 Packungen Zigaretten pro Tag!

    Als ich eines tages im Zug saß und rauchte machte es "klick" in meinem Kopf und ich entschied mich aufzuhören. Damals durfte man noch im Zug und Flugzeug rauchen! Am Bahnhof angekommen verschenkte ich alle Zigaretten und Feuerzeuge an wildfremde Personen. Den Tabak, die Pfeifen und sogar alle Feuerzeuge schenkte ich einem Freund.


    Ich wußte dass es schwer wird aber auch dass ich stärker sein werde!


    Als ich nachdachte wie ich es schaffen werde kam ich zu der Überzeugung dass ich Ablenkung und Belohnung im Alltag brauche. Ich habe mir eine Münze eingesteckt und jedesmal wenn ich das Verlangen nach Rauch hatte spielte ich damit. Nach dem Essen, in der Arbeitspause, zum Kaffee usw. Jeder der raucht weiß genau wann er raucht. Sobald ich es geschafft habe nicht zu rauchen habe ich mich selber gelobt es geschafft zu haben.

    Wieder ein Schritt in die richtige Richtung!

    Danach ging es weiter mit dem Alltag.


    So habe ich mich von einen Tag zum nächsten gekämpft und wurde immer stärker!

    Nach mehreren Wochen bemerkte ich an mir dass ich leichter Luft bekam und meine Haut sich besser anfühlte! Ich konnte wieder kleinste Duftspuren riechen die ich nicht mehr zuordnen konnte.


    Vorteil: Seither hat sich mein Körper von den Giften erholt. Ich schädige meinen Körper nicht mehr und ich habe mir viel Geld gespart. Weiters stinken meine Finger nicht mehr.


    Nachteil: Seither bin ich sehr empfindlich auf Zigarettenrauch und rieche den Gestank viele Meter gegen den Wind. Auch wenn jemand einen Raum betritt in dem ich bin und die Person vorher geraucht hat dann rieche ich es bevor ich die Person sehe.


    Fazit: wenn du es "versuchst" aufzuhören zu rauchen dann hast du innerlich schon aufgegeben es durchzuziehen! Es muß im Kopf "klick" machen und du muß an dich glauben. Dann wird es klappen.

    Alles was direkt mit rauchen zutun hat und dich verleiten würde wieder damit anzufangen gehört verschenkt.


    Ich kann jetzt nicht mehr verstehen warum ich früher geraucht habe und die meisten die mich persönlich kennen können sich schwer vorstellen dass ich mal geraucht habe. Nun sehe ich was ich meinem Körper damals angetan habe indem ich mich absichlich vergiftet habe.


    Alles Gute für die Therapie und viel Kraft bei der Suchtbekämpfung!


    Gruß,

    Walter

  • Hallo Walter,

    super geschrieben ☺️.

    Finde ich echt toll.

    Habe auch einen Bekannten, der so das Rauchen beendet hat.


    Hallo Siegfried,

    ich wünsche dir viel Kraft und Stärke.🍀

    Mit dem Rauchen aufzuhören kann nur gut für dich sein.


    Herzliche Grüße aus Thüringen

    Claudia

  • Über das Thema hab ich auch schon viele Jahre lang philosophiert.

    Ich habe keine Ahnung, was in dem Zusammenhang philosophiert bedeutet.


    Zusammenfassen würde ich deinen Beitrag so:

    Raucher rauchen, Nichtraucher rauchen nicht.

    Nicht böse sein.

  • Die geplanten 4 Zyklen der Chemo habe ich nun hinter mir.

    Große Nebenwirkungen habe ich nicht festgestellt.


    Jetzt steht die nächste Phase an.

    Am Dienstag werde ich stationär ins KKH gehen, Donnerstag werde ich operiert.

    Die Blase + die Prostata werden entfernt, lt. den Ärzten geht das nicht anders.

    Begeistert bin ich natürlich nicht, kann sich jeder wohl vorstellen.


    Habe mit dem Onkologen gesprochen, der hat sich ausreichend Zeit genommen, ist ja leider nicht immer so.

    Die Chemo dient dazu, den Tumor zu verkleinern, und frei im Körper schwimmende Tumorzellen abzutöten.

    In den seltensten Fällen wird der (Blasen-)Tumor komplett abgetötet, war bereits in die umgebende Muskulatur eingewachsen.

    Daher müsse die Quelle entfernt werden.

    KKH-Aufenthalt wird so 2 Wochen dauern, danach etwa 1 Woche zu Hause.

    Anschließend 3 Wochen Reha.

  • Hallo Siegfried, tut mir sehr leid das zu lesen! Ich hoffe sehr die Ärzte bekommen das in den Griff! Ich drücke alle Daumen dass der Tumor doch vollständig verschwindet! Und auch sonst hoffe ich dass Du das alles gut wegsteckst!

  • ganz toll geschrieben Walter, ich erkenne mich da in Teilen wieder-
    Ich habe bereits sehr(!) früh mit dem Rauchen angefangen, ich glaub ich war so um die 12- und hab das durchgezogen bis Anfang 20, hatte bis dahin so ziemlich alle Marken durch, zum Schluß aus Kostengründen selber gedreht, Vanelle Half Zware/Zware shag, Schwarzer Krauser....neben Kiffen:saint:
    Bei mir wars aber komplett anders- ich hatte eigentlich gerne geraucht- konnte aber irgendwann nicht mehr- es schmeckte einfach nicht mehr, selbst Lord Ultra waren mir zu "stark". Ich machte auch einen Test wegen Rauchunverträglichkeit und ließ mich gesundheitlich checken- alles topp- also MUSSTE ich aufhören. Seltsam, ist aber so...im Nachhinein- genau, dieser widerliche Gestank an den Fingern, den Klamotten, man wird sehr sensibel für Rauch, man bekommt endlich wieder Luft, kann Ausdauer machen- egal was. Viel Kopfsache...ab und zu ziehe ich mal kurz an ner Kippe, würd mir aber im Leben keine kaufen oder selber anzünden. Es ist weder ein Verlangen noch Zwang danach. Denke, ist Gott gewollt, dass das wohl nicht sein soll- bin da sehr dankbar, wenn ich beobachte, wie sich andere quälen auf zu hören. Soll es ja mit Abstand die Suchtmachendste Droge sein....wünsche allen, die dem unnützen Müll entfliehen wollen alles Gute!

    Avatarbild zeigt die "geilste" Selektion aus der Kreuzung L.ferox x pampana bei den Hofers die "Feuergöttin Chensit" :cwm69: (Bild stammt von Manfred aus Dessau)

  • ..krass, tut mir total leid, drecks Tumor- hört sich echt gruslig an- geb nicht auf, glaub an Dich, Deinen Körper, das hilft enorm! Kann mir das gar nicht vorstellen- hatte vor 2 Jahren elendige Schmerzen an der Hüfte, dachte, das wäre ein eingezwickter Ischias....ne, ist Arthrose vom "feinsten". Konnte fast nicht mehr laufen, schlafen, Qualen ohne Ende. Der "Fach"-Arzt hatte mir empfohlen IBU zu nehmen (bis mir die Niere und alle anderen Organe wohl verrecken...)- was ich natürlich NICHT gemacht habe. Meine Schwester (wohnt in der Schweiz), hat mir empfohlen MSM (Methylsulfonylmethan), Kollagen und Hagebuttenpulver ein zu nehmen. Ich war da SEHR skeptisch- ABER...nach wenigen Wochen war ich Schmerzfrei, und bin das bis heute. Zusätzlich nehm ich noch jeden Tag einen TL Braunhirse, mach mir in der Früh einen Shake aus den Mitteln.....und tut so gut, endlich wieder Schmerzfrei zu sein, schlafen können. Es gibt für alles Alternativen bzw. Mittel etwas zu unterstützen, aber wenn ich auf diesen "Fach"-Arzt gehört hätte, wären diverse Organe mittlerweile im A.....

    Avatarbild zeigt die "geilste" Selektion aus der Kreuzung L.ferox x pampana bei den Hofers die "Feuergöttin Chensit" :cwm69: (Bild stammt von Manfred aus Dessau)

  • Ich habe keine Ahnung, was in dem Zusammenhang philosophiert bedeutet.


    Zusammenfassen würde ich deinen Beitrag so:

    Raucher rauchen, Nichtraucher rauchen nicht.

    Nicht böse sein.

    Es gibt Gründe, warum Raucher rauchen und warum Nichtraucher nicht rauchen. Ich glaube, das in meinem Beitrag sehr deutlich zusammenfassend geschrieben zu haben. Als Ausgangsgrundlage für weitere gedankliche Beschäftigung mit dem Thema ist es m.M.n. unerlässlich, sich diese Tatsache bewusst zu machen. Nunmehr gibt es verschiedene Wege, wie man sich zu einer für sich optimalen Entscheidung "Rauchen oder Nicht rauchen" durchringen kann. In deinem Fall wäre es evtl. ein guter Ansatz, dass du dir von einem entsprechenden Arzt genau erklären lässt, inwieweit Rauchen Einfluss auf dein oben beschriebenes Krankheitsbild hat. Kann der Arzt dir dazu nichts Konkretes sagen, rauche halt weiter. Denn dann scheint dir Rauchen ja doch für dein Wohlbefinden mehr gut zu tun, als es der Verzicht aufs Rauchen könnte.

    Und darauf kommts letztlich an: Zur Gesundheit gehört lt. WHO auch ein Wohlbefinden. Sollte dich indes nach den Ausführungen des Arztes ein Unwohlsein bezüglich des Rauchens beschleichen, dann lasse es mit dem Rauchen.

    (PS: Mit Philosophieren in diesem Zusammenhang meinte ich das Untersuchen des Sinns und Unsinns der Rauchproblematik in allen Facetten über viele Jahre hinweg. Es ist da meinerseits jedenfalls im Grunde keine Frage mehr offen geblieben, wäre aber eher was für ein dickes Buch als für das Forum hier. O.g. Erkenntnisse sind aber die wichtigsten und m.M.n. unerlässlich für den richtigen Einstieg in die Lösungssuche.)

    Ich wünsche dir gute Genesung.🌺

  • Hallo,

    am 2.9. wurde ich im KKH stationär aufgenommen, am 4. vor 7:00 wurde ich in die Chirurgie gebracht und operiert.

    OP hat fast 10 Stunden gedauert.

    Nun habe ich keine Harnblase und keine Prostata mehr, es wurden auch 2 Lymph-Knoten entfernt.

    Die OP wurde mit Hilfe von DaVinci, einem OP-Computer minimalinvasiv durchgeführt.

    Da der Urin natürlich aus dem Körper muss, war die Lösung ein Ileum-Conduit

    (Als Conduit bezeichnet man die chirurgisch geschaffene inkontinente Ersatzplastik der Harnblase aus einem resezierten Darmanteil, die mittels Stoma (Urostoma) über die Bauchdecke abgeleitet wird.)

    Das heißt, ich werde für den Rest meines Lebens immer einen Beutel am Körper tragen.

    Generell verlief die OP und der anschließende Aufenthalt in der Klinik relativ problemlos.

    Blöd war, dass sehr häufig Undichtigkeiten auftraten, sodass ich häufig nass war und eine Schwester/Pfleger rufen musste, um mich trocken zu legen und alles wieder dicht zu bekommen.

    Samstag (20.9.) wurde ich nach Hause entlassen.

    Muss jetzt 2 mal den Urinbeutel in der Woche tauschen. Macht alles keinen Spaß, aber geht nicht anders.

    Eine der Folgen der OP ist, das der Darm noch nicht wieder so funktioniert, wie er sollte.

    Neigt von Anfang an zur Verstopfung, ohne Abführmittel geht nichts.

    Auch fehlen den Oberschenkeln durch die lange OP noch die Kraft, und haben Gefühlsstörungen.

    Bin aber optimistisch, dass die sich mit der Zeit bessern werden.

    Ab dem 13.10. werde ich für 3 Wochen in Reha gehen.

    Ich bin und bleibe aber optimistisch und gehe davon aus, wieder ein fast normales Leben führen zu können.

    Brauche einen langen Atem.

  • Nachtrag:

    Konnte während meines Aufenthalts im KKH nur kleine Portionen essen, ansonsten fühlte ich mich wie aufgebläht.

    Das war insoweit auch gut, habe 7KG abgenommen.

    Auch jetzt, wieder zu Hause muss ich vorsichtig sein mit dem Essen.

    Leider ist mir meist kalt, trotz dicken Klamotten, auch bei Temp. über 21°.

    Bin aber froh dass ich mich bewegen kann etc. Geht halt alles nur sehr langsam.

    Geduld ist, was aktuell am wichtigsten ist.

  • Ich wünsche Dir eine gut verlaufende Reha, was es bestimmt wird. Und eine schnelle Heilung, bzw Erholung und Kraft in den Oberschenkeln. Ist halt auch eine Schwächung vom Körper gewesen, das sich wieder aufbauen muss.

    Da ich auch in den letzten Jahren länger krank war, weiß ich, daß du starke Nerven brauchst. Hier positiv zu denken fällt bestimmt schwer...

    Da denkt man sicher manchmal warum ich...

    Aber halte durch, versuche etwas gutes zu finden, jeden Tag. Ein Fortschritt von Kleinigkeiten der dich auf einen guten und sicheren Weg bringt...

    Du schaffst das, als super Züchter.

    Und ich denke Du wirst hier immer Freunde haben, die Dich auch mental unterstützen.

    Denn ich glaube es ist wichtig, jetzt immer den Kopf hochzuhalten und ich weiß es gibt bestimmt Tage die schwer sind.


    Ich glaub an Dich, werde Gesund👍

  • Hallo,

    meine OP ist jetzt 4 Monate her, meine Reha 2 Monate.

    Die Reha war gut, etwas Sport, Vorträge, Diskussionsrunden, Untersuchungen....

    Bin allerdings etwas erschöpft nach Hause gekommen.

    Seither geht es wieder, langsam aber sicher, aufwärts.

    In den vergangenen 2 Monaten war ich relativ viel im Keller. Habe da viel Hinterlassenschaten meines verstorbenen Schwiegervater entsorgt.

    Unsinnige Zwischenwände aus Holz und alten Türen abgerissen.

    3 * hatte ich Sperrmüll. Der Keller sieht schon viel besser aus, bin aber noch lange nicht fertig.

    Es gibt immer noch viel zu entsorgen.

    Lasse mir Zeit damit, es eilt nicht, will mich nicht überfordern.

    Der Winter ist noch lange.


    Meinem Urologen lagen die pathologischen Ergebnisse der OP vor. Weder in der Prostata noch in den 9 entfernten Lymphknoten waren Tumorzellen vorhanden.

    Insofern gelte ich aktuell als krebsfrei.


    Mein Onkologe hat mir eine Immuntherapie verordnet, 12 Sitzungen alle 4 Wochen.


    Mit dem Stomabeutel habe ich mich abgefunden, muss den bis zu meinem Lebensende tragen. Alle paar Tage muss der gewechselt werdne. Komme damit gut zurecht und benötige keine Hilfe. Ist zwar lästig, aber notwendig.


    Etwas Probleme bereiten mir meine Oberschenkel. Da gibt es Gefühlstörungen. Ich vermute, dass bei der OP Nerven im Bauchraum geschädigt wurden.

    Ist aber besser geworden.